Da Huang – 大黄 – Rhei radix et rhizoma

Der Medizinische Rhabarber bzw. Handförmige Rhabarber wächst als Staude mit dickem unterirdischen Wurzelstock und mit großen, handförmigen Blättern. Er bildet kleine Einzelblüten an aufragenden Blütenständen.

Der Name Da Huang, großes Gelb, rührt von der kräftig gelben Farbe der Wurzeln und des Wurzelstocks. Da Huang (Rhei radix et rhizoma) wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) genau wie in der westlichen Kräuterheilkunde hauptsächlich als Abführmittel verwendet.

Nach Europa gelangte die Pflanze durch arabische Händler, was dazu führte, dass man anfangs fälschlicherweise annahm, sie stamme aus Vorderasien. Erstmals findet Da Huang (Rhei radix et rhizoma) im Shen Nong Ben Cao Jing (ca. 2500 v. Ch.) Erwähnung.

Familie:
Polygonaceae (Knöterichgewächse)

Stammpflanze:
Rheum palmatum L.

Deutscher Name:
Medizinischer Rhabarber oder Handförmiger Rhabarber, (unbehandelte) Wurzel und Erdspross

Englischer Name:
Rhubarb

Vorkommen:
Rheum palmatum ist in Nordwestchina und Tibet beheimatet. Die Produktion von Da Huang (Rhei radix et rhizoma) findet vorwiegend in den Provinzen Gansu, Hubei, Qinghai und Sichuan statt.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Wurzel des medizinischen Rhabarbers wird im Frühling und im Herbst ausgegraben, in Scheiben geschnitten und an Schnüren zum trocknen aufgehängt.
Da Huang (Rhei radix et rhizoma) muss gut belüftet und trocken gelagert werden. Zu beachten ist die Anfälligkeit auf Insektenfrass.

Inhaltsstoffe:
Aloeemodin, Chrysophanol, Rhein, Sennidin A, C, Anthrachinonglykoside, Tannine, Stilbenglykoside, Phenylbutanoglykoside, Naphtholglykoside, Rutin

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Milz, Leber, Magen, Dickdarm, Herz

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Unteres Colarium, Verdauungstrakt

Wirkungsweise:
abführend, antibakteriell, antimykotisch, bekämpft Parasiten, schmerzstillend, entzündungshemmend, appetitfördernd, verdauungfördernd, harntreibend, galletreibend, blutstillend, senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel

Traditionelle Verwendung:

  • Anregung der Durchblutung und Beseitigung von Blutstockungen; Anwendung bei
    Verdauungsblockaden mit Schmerzen im Unterleib, Verstopfung durch Fülle Hitze, Durchfall und Ruhr mit allgemeiner Schwäche, Substanzdefekte im Bereich des Darms mit Schmerzen im Unterleib, Ausbleiben der Menstruation, Verletzungen mir Hämatomen, Verhärtungen im Bauchbereich, Geschwüre im Unterleib, Sturz und Schlagverletzungen, Schmerzen durch Blutstockungen, Delirium, Koma;
  • Ableitung von feuchter Hitze und übermäßiger Hitze im Blut; Anwendung bei
    Gelbsucht bei feuchter Hitze, Völlegefühl, schmerzhafter Harndrang (Strangurie), geschwollener Rachen, Entzündung des Dickdarms (Dysenterie);
  • Kühlung von Hitze; Anwendung bei
    Schmerzen im Bauch, gespannter Bauch, profuses Schwitzen, hohes Fieber, Durst, Durchfall durch Hitze, Verstopfung;
  • Neutralisierung von Feuergiften, Entgiftung, Desinfizierung; Anwendung bei
    Verbrühungen, äusserlichen Brandwunden, Hautgeschwüren, Furunkel, Karbunkel, Erysipel (bakterielle Infektion der oberen Hautschichten und Lymphwege, zeigt sich als scharf begrenzte starke Rötung)
  • Kühlen von Glut;
  • laxierend; Anwendung bei
    blutenden Hämorrhoiden, Blut im Stuhl, Blutungen der oberen verdauungswege, Verstopfung, Durchfall, Blutungen aus Mund und Nase bei Hitze des Bluts; Kopfschmerzen, Rötung der Augen, schmerzendes und blutendes Zahnfleisch, Halsentzündung, gespannter Bauch.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1g bis 12g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • gegen Feuchtesyndrome und innere Hitze zusammen mit
    Huang BaiChai Hu, und Zhi Zi;
  • gegen Erbrechen und Bauchauftreibung durch übermäßige Hitze oder Hitze im Blut zusammen mit
    Huang BaiHuang Lian;
  • bei Durchfall oder Verstopfung mit mangelndem Milz-Yang zusammen mit
    Gan Jiang (Zingiberis rhizoma) und Ren Shen (Panacis ginseng radix);
  • bei chronischer Verstopfung zusammen mit
    Rou Gui.
  • Die Wirkung wird gefördert durch Huang Qin (Scutellariae radix);
  • Die Wirkung wird gestört durch Gan Qi (Lacca sinica);
  • Die Wirkung wird beschränkt durch kaltes Wasser.

Klassische Rezepturen:

  • Da Cheng Qi Tang;
  • Wen Pi Tang;
  • Yin Chen Hao Tang;
  • Zeng Ye Cheng Qi Tang;
  • Xie Xin Tang

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft nicht anwenden!

Forschungsergebnisse:
Durch wissenschaftliche Untersuchen wurde herausgefunden, dass Da Huang (Rhei radix et rhizom) bei längerer Anwendung zu Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes führt.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Fehlen von Hitze oder Feuersyndromen, bei Qi Mangel, bei Xue Mangel, bei Kältemangel der Mitte, Post partum, während der Menses, während der Schwangerschaft und während der Stillzeit!
  • Bei Kindern darf Da Huang (Rhei radix et rhizoma) generell nicht angewendet werden!