Fu Ling – 茯苓 – Poriae sclerotium cocos albae

Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae) ist als einer von den zahlreichen in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendeten Pilzen besonders wirksam als harntreibendes Mittel (Diuretikum). Während die braune Haut (Fu Ling Pi) ausschließlich als Diuretikum eingesetzt wird, verwendet man den Zentralen Teil des Sklerotiums (Fu Shen) zur Beruhigung und Stärkung des Herzens. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae) in erster Linie zur Ausscheidung von Flüssigkeiten und zur Umwandlung von Feuchtigkeit verwendet.

Auf Zellebene aktiviert Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae) den Stoffwechsel, fördert den Abbau von Ablagerungen und trägt zur Reparatur von Schäden bei. Dies hat besonders bei chronischen Erkrankungen, die durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel entstehen, positive Auswirkungen. 

Pinyin:
Fú Líng

Synonyme:
Poria cocos

Stammpflanze:
Poria cocos (Schw.) Wolf

Pharmazeutischer Name:
Poria

Familie:
Polyporaceae (Porlinge)

Deutscher Name:
Kokospilz / Kiefernschwamm, Sclerotium ([weisses] Dauermycel)

Enlischer Name:
Indian Bread / Tuckahoe

Vorkommen:
Der Kokospilz ist vorwiegend in den chinesischen Provinzen Yunnan, Anhui, Hubei, Henan und Sichuan zu finden. Das Sklerotium meist meist auf der Wurzel der japanischen roten Kiefer Pinus massoniana.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Poria ist ein Pilz mit sehr hartem, weissem Mycel. Er wird zwischen Juli und Oktober ausgegraben und über mehrere Trocknungsvorgänge von seinem Wassergehalt befreit. Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae) ist trocken zu lagern.

Temperaturverhalten:
neutral

Geschmack:
süß, neutral

Funktionskreisbezug
Herz, Milz, Niere, Lunge

Wirkrichtung
absenkend

Wirkort
Mitte, mittleres Calorium

Wirkungsweise
harntreibend, beruhigend und den Blutzuckerspiegel senkend

Traditionelle Verwendung

  • harntreibend;
    Anwendung bei spärlichem oder ausbleibendem Urin, Durchfall, Ödemen, Stauungen von Flüssigkeit verursacht durch kalte oder heiße Flüssigkeit;
  • Ausleitung bein Feuchtigkeit;
    Anwendung bei Flüssigkeitsstauungen durch verursacht durch eine Schwäche der Mitte oder durch kalte oder heiße Flüssigkeit, Symptomen von Feuchtigkeitsblockaden wie Appetitverlust, Druckgefühl im Magen, Durchfall, Husten mit Auswurf;
  • Förderung der Wasserausscheidung und Ausleitung von FeuchtigkeitPoria bewirkt eine physiologische Regulierung des Wasserhaushaltes;
    Anwendung bei Problemen beim Wasserlösen, Gedunsenheit, Appetitverlust, Durchfall, Husten mit Auswurf;
  • Harmonisierung und Stützung der mittleren Funktionskreise;
    Anwendung bei vermindertem Appetit, Durchfall, Schmerzen im Oberbauch, Schwäche des Funktionskreis Milz;
  • Stärkung der Milz und Umwandlung von Schleim;
    Anwendung bei Ödemen, Schleimbildung, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Schwindel, zur Stützung der Säfte;
  • Beruhigung und Ausgleichung des Funktionskreis Herz und Besänftigung des Geistes (Shen);
    Anwendung bei Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Nervosität;
  • Beruhigung von Herz und Geist;
    Anwendung bei Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwindel, Angstzuständen;
  • Kanalisierung von Schleim;
    Anwendung bei Schwäche im Funktionskreis Milz, Stauungen von Flüssigkeit, Bildung von Schleim, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Schwindel, dickem Zungenbelag;

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin
6 g bis 18 g; Standard 10 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei kalter Feuchtigkeit mit Oligurie, Harnverhalt, vermindertem Harnfluss, Ödemen oder schmerzhaften Harnwegsproblemen
    zusammen mit Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma), Gui Zhi (Cinnamomi ramulus);
  • bei heißer Feuchtigkeit
    zusammen mit Zhu Ling (Polyporus), Ze Xie (Alismatis rhizoma);
  • bei Schwäche der Mitte in Zusammenhang mit Feuchtigkeit
    zusammen mit Dang Shen (Codonopsis radix), Huang Qi (Astragali radix), Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma);
  • bei Schwäche im Funktionskreis Herz, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Nervosität
    zusammen mit Suan Zao Ren (Ziziphi spinosae semen), Yuan Zhi  (Polygale radix);
  • bei Ödemen, Schweregefühl, schmerzhaftem Wasserlassen, Reizbarkeit
    zusammen mit Ze Xie (Alismatis rhizoma), Gui Zhi (Cinnamomi ramulus), Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma);
  • bei Störungen beim Wasserlassen mit trübem Urin, schmerzhaftem Wasserlassen
    zusammen mit Che Qian Zi (Plantaginis semen);
  • bei Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl im Brustbereich, Spannungsgefühl im Bauchbereich, Appetitlosigkeit
    zusammen mit Ban Xia (Pinelliae rhizoma), Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium)
  • bei Schleim- und Flüssigkeitsproblemen mit nachfolgender Bauchaufreibung
    zusammen mit Ban Xia (Pinelliae rhizoma) und Sheng Jiang (Zingiberis rhizoma recens)
  • bei Mangel in den Funktionskreisen Milz und Herz
    zusammen mit Gan Cao (Glycyrrhizae radix);
  • bei Herzklopfen und bei Schlaflosigkeit
    zusammen mit Suan Zao Ren (Ziziphi spinosae semen) und Wu Wei Zi (Schisandrae chinensis fructus).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Zi Wan (Asteris radix), Gan Cao (Glycyrrhizae radix), Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae radix alba), Mai Men Dong (Ophiopogonis radix) und Zi Shi Ying (Fluoritum).
  • Die Wirkung wird gestört durch Bai Han (Ampelopsitis radix).
  • Die Wirkung wird beschränkt durch Di Yu (Sanguisorbae radix), Qin Jiao (Gentianae macrophyllae radix) und Quan Shen (Bistortae rhizoma).

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft sollte Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae) nur mit Vorsicht angewendet werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei übermäßigen Harnfluss und Prolaps (unnatürlicher Vorfall) der Urogenitalorgane!
  • Während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewenden!