Huang Bo – 黄柏 – Phellodendri chinensis cortex

Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex) fand erstmals 1578 in dem bedeutenden Kräuterbrevier von Li Shi Zhen Erwähnung. Die Rinde der „Gelben Tanne“ zählt zu den wichtigen Arzneien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) mit deren Hilfe Hitze und Feuchte abgeleitet werden kann. Mit Salz vermengt nährt Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex) das Yin, mit Wein versetzt leitet es Hitze aus dem oberen Jiao, verbunden mit blutunterlaufenen Augen, ab.

Synonym:
Huang Bai

Familie:
Rutaceae (Rautengewächse)

Stammpflanze:
Phellodendron chinense Schneid.

Deutscher Name:
Gelbrindenbaumrinde / Korkbaumrinde

Englischer Name:
Chinese Cork-tree

Vorkommen:
Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex) ist vor allem in den Provinzen Hubei, Guizhou, Sichuan und Yunnan sowie in Nordost und Nordchina anzutreffen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im April um das Qingming-Fest herum wird die Rinde des Phellodendron wird abgeschält und von den harten Rindenteilen befreit an der Sonne getrocknet.
Huang Bai (Phellodendri chinensis cortex) ist sehr feuchtigkeitsempfindlich. Es muss trocken und gut belüftet gelagert werden.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter

Funktionskreisbezug:
Niere, Blase, Dickdarm, Dünndarm

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
unteres Colorium

Wirkungsweise:
antibakteriell, harntreibend, galletreibend, senkt den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel

Traditionelle Verwendung:

  • Hitze und Feuchtigkeit ausleiten; Anwendung bei
    Durchfall, Dysenterie, Gelbsucht, Leukorrhöe, Strangurie durch Hitze und Feuchtigkeit, Beriberi, Kraftlosigkeit, Muskelatrophie, Gelenkschwäche, Vapor ossum, Schwellungen in den Füßen, Schwellungen der Genetalien, nässende Hautausschläge, Juckreiz;
  • Glut aus dem Funktionskreis Niere ableiten; Anwendung bei
    Fieber durch Erschöpfung, Nachtschweiß, Spermatorrhoe;
  • Feuer mildern, entgiften;
  • desinfizieren, Anwendung bei
    Furunkeln, Karbunkeln;
  • Ekzeme, Geschwüre, Verbrennungen;
  • falsche Hitze in Verbindung mit Yin-Mangel reduzieren.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 10g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Harnwegsleiden in Verbindung mit Feuchte-Hitze zusammen mit
    Bai Guo und Shan Yao (Dioscorae oppositae radix);
  • bei Blutungen und ruhrartigen Problemen
    Chi Shao Yao (Paeoniae lactiflorae rubra).
  • Die Wirkung wird gefördert durch Gan Qi (Lacca siniae).

Tipps zur Anwendung:
Yan Huang Bai (geröstete Phellodendri cortex) rigiert das Yin und leitet Glut aus. Es wird bei hochschlagender Glut mit Nachtschweiss und Vapor ossum verwendet.

Klassische Rezepturen:

  • Er Miao San
  • Zhi Bai Di Huang Wan

Schwangerschaft:
keine Einschränkung

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Milzmangelsyndromen, empfindlichen Magen oder Durchfall.