Ren Shen - Panacis ginseng radix

Ren Shen – 人参 – Panacis ginseng radix

Ren Shen (Panacis ginseng radix) ist das wichtigste und eines der ältesten Qi-Tonikum in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Es ist bereits seit über 5000 Jahren in Gebrauch. In der westlichen Welt ist Ginseng eines der bekanntesten chinesischen Arzneimitteln, das in vielfältiger Form in Apotheken und Drogerien erhältlich ist. Bereits im 17. Jahrhundert bekam Ludwig XIV. eine Ginsengwurzel vom König von Siam (heute Thailand) als Geschenk überbracht.
Untersuchungen ergaben, dass der auch als Aphrodisiakum bekannte Ginseng reich an Steroidverbindungen ist, welche den menschlichen Sexualhormonen sehr ähnlich sind. Ren Shen wird auch oft als monotherapeutisches Stärkungsmittel verwendet.

Familie:
Araliaceae (Araliengewächse, Efeugewächse)

Stammpflanze:
Panax Ginseng

Alternativer chinesischer Name:
Bai Shen (白参)

Deutscher Name:
Echter Ginseng,
Weißer Ginseng,
Asiatischer Ginseng,
Kraftwurzwurzel

Englischer Name:
Ginseng Root

Verwendete Teile:
Wurzel

Botanik:
Der echte Ginseng, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Verwendung findet, ist eine Staude mit einer rübenartigen, schwach verzweigten Wurzel. Die Blätter stehen in einem Quirl am Ende des Sprosses und sind handförmig geteilt. Die Blüten des langstieligen, doldigen Blütenstandes sind klein und grünlich. Die Früchte sind kleine, rote Beeren. Ginseng ist ein typischer Bewohner von Laubwäldern und sehr empfindlich gegen Sonnenlicht und niedrige Luftfeuchtigkeit. Es gibt weitere Panax-Arten, welche auch als Ginseng gehandelt werden. Der echte Ginseng zeichnet sich durch fein gesägte Blätter, einen lang gestielten Blütenstand und nur ca 5 mm große Früchte aus.

Inhaltsstoffe:
Saponine (Ginsenoside)

Vorkommen:
Der Asiatische Ginseng ist in Korea, im nordöstlichen China und im östlichen Sibirien beheimatet. Die Produktion in China findet vorwiegend in der chinesischen Provinz Jilin, wo die beste Qualität zu finden ist, und in Liaoning und Heilongjiang statt.

Temperaturverhalten:
leicht warm

Geschmack:
süß, leicht bitter

Funktionskreisbezug:
Milz, Lunge, Herz

Wirkungsweise:

  • sehr kraftvoll, deshalb auch Yuan Chi (das Einzige Kraut) genannt, verhindert Kolaps;
  • stärkend, anregend, immunstimulierend;
  • senkt den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel;
  • herzinfarktprotektiv.

Traditionelle Verwendung:

  • füllt das Qi auf;
  • fördert das Herz-Qi;
  • stärkt Milz und Lunge;
  • unterstützt das Yin;
  • erzeugt Körperflüssigkeiten;
  • beruhigt das Shen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:

  • 3 bis 9g

Kochzeit:

  • 2 Stunden
  • Ren Shen sollte stets extra gekocht werden und der entstandene Sud anschließend dem übrigen Dekokt zugegeben werden!

Kombination mit anderen Kräutern:

  • mit Bai ZhuFu Ling und Gan Cao als Si Jun Zi Tang bei bei mangeldem Milz- und Magen-Qi in Verbindung mit Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall;
  • mit Wu Wei Zi (Schisandrae chinensis fructus), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Mai Men Dong gegen Atemproblemen mit mangeldem Lungen- oder Nieren-Qi;
  • mit Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata) und anderen Arzneien bei Qi- und Yin-Mangel

Verträglichkeit mit anderen Arzneien der TCM:

  • Die Verträglichkeit wird gefördert durch:
    Fu Ling (Poriae sclerotium albae) und Zi Wan (Asteris radix et rhizoma);
  • Dagegen wird die Verträglichkeit durch Salz gestört und
  • behindert durch
    Zao Jiao (Gleditsiae chinensis fructus), Wu Ling Zhi (TrogopteriLu Dou Yi(Glycinis testa);
  • Ren Shen darf nicht mit Li Lu (Veratri Nigri Rhizoma et Radix), Rettich oder schwarzem oder grünem Tee kombiniert werden;
  • Die Wirkung von Wu Ling Zhi (Trogopteri) wird durch Ren Shen herabgesetzt.

Giftigkeit:
Ein übermässiger Gebrauch von Ren Shen kann zu Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen oder Durchfall führen.
Bei einer Überdosierung sind auch Schwindelgefühl, Juckreiz, Schwindel, Fieber, Hautausschlag bis zu Blutungen möglich. Bei Frauen können auch Spannungen und Schwellungen in den Brüsten und Blutungen in der Menopause auftreten.

Warnhinweis:

  • Ren Shen sollte bei Hitze und Yin-Mangel gemieden werden!
  • Nicht bei Kindern oder Jugendlichen anwenden!
  • Nicht länger als 3 Monate anwenden!
  • Personen mit chronischen Grunderkrankungen, z.B. Diabetes, Bluthockdruck, oder die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Ginsengpräparate nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen!
  • Ginseng sollte mindestens eine Woche vor einer Operation abgesetzt werden!
  • Die Einnahme von Ren Shen kann zu Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, vaginalen Blutungen oder Bluthochdruck führen. Diese Beschwerden sind selten und treten meist nach hoher Dosierung oder einer langen Behandlungsdauer auf.
  • Es ist nicht auszuschließen, dass Ginseng mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen verursacht. Deshalb sollte, wenn noch andere Arzneimittel eingenommen werden müssen, vor der Einnahme von Ginsengpräparaten ein Arzt zu Rate gezogen werden.
  • Bei übermäßigem Gebrauch kann Ginseng Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Ödemen und Durchfall führen!

Forschungsergebnisse:
Ginseng verbessert das Immunsystem, wirkt cholesterin- und blutzuckersenkend, steigt das Reaktions- und Leistungsvermögen, wirkt stärkend und kräftigend bei Müdigkeit, Schwächegefühl und Nachlassen der Konzentration sowie in der Erhohlungsphase nach Erkrankungen und verbessert das Gedächnis.
Nach neuerer Forschung wirkt Ginseng auch herzinfarktprotektiv.