Mai Men Dong – 麦门冬 – Ophiopogonis radix

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist Mai Men Dong (Ophiopogonis radix) die Kardinaldroge für die Behandlung von Yin-Mangel. Die Wurzel des Schlangenbarts, so der Name der Stammpflanze, nährt das Yin der Lunge, des Magens, der Milz und des Herzens. Weiterhin klärt sie Hitze und beruhigt bei Reizbarkeit.

Der Schlangenbart ist ein entfernter Verwandter unseres Maiglöckchens und ursprünglich in Japan und in Variationen auch in China, Vietnam und Indien beheimatet.

Traditionelle Langschrift:
麥門冬

Pinyin:
Mài Mén Dōng

Synonym:
Ophiopogonis japonici tuber, Mài Dōng, 麥冬

Familie:
Asparagaceae (Spargelgewächse)

Stammpflanze:
Ophiopogon japonicus

Deutscher Name:
Schlangenbartwurzel, Zwergschlangenbartwurzel, Kleiner Schlangenbartwurzel

Englischer Name:
Ophiopogon Tuber, Lush Winter Wheat, Mondo Grass, Fountain Plant, Monkey Grass, Dragon’s Beard, Snake’s Beard

Vorkommen:
Die natürliche Heimat des Schlangenbarts und seiner Varianten ist China, Vietnam, Indien und Japan.

Temperaturverhalten:
Tendenz kalt

Geschmack:
süß, leicht bitter

Funktionskreisbezug:
Lunge, Magen, Herz, Dickdarm

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Lunge, Mitte, mittlerer Wärmebereich

Traditionelle Verwendung:

  • Stützen und ergänzen des Yin; Anwendung bei
    trockenem Husten, dicken bis zähen Auswurf, schwer löslichen Auswurf, trockenem Mund und Durst;
  • Beseitigung von durch Schäche verursachter Hitze; Anwendung bei
    trockenem Husten, blutigem Auswurf, Palpitationen (Wahrnehmung des eigenen veränderten Herzschlags), trockenem Mund, Durst, Fieber am Nachmittag;
  • Ergänzung der Säfte; Anwendung bei
    trockenem Mund, Durst, Unruhezuständen, Palpitationen (Wahrnehmung des eigenen veränderten Herzschlags);
  • Stillen von Husten; Anwendung bei
  • trockenem Husten, schwer löslichem Auswurf, blutigem Auswurf;
  • Abführen; Anwendung bei
    trockenem Mund, Reizbarkeit, Verstopfung.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 18 g; Standard 10 g

Kochzeit:
20 Mintuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Yin-Schwäche mit trockenem Husten, chronischem Husten zusammen mit
    Ban Xia (Pinelliae rhizoma), Dang Shen (Codonopsis radix);
  • bei Yin-Schwäche mit Reizbarkeit, Schlaflosigkeit zusammen mit
    Suan Zao Ren (Ziziphi spinosae semen), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix);
  • bei Magen-Yin-Schwäche zusammen mit
    Nan Sha Shen (Adenophorae radix); Bei Sha Shen (Glehniae radix), Huang Jing (Ploygonati rhizoma);
  • bei Säftemangel nach längerer Erkältung, erhöhter Temperatur, Durst, Verstopfung, Reizbarkeit zusammen mit
    Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Xuan Shen (Scrophulariae radix);
  • bei starkem Säfteverlust, starkem Schwitzen, Reizbarkeit zusammen mit
    Huang Qi
     (Astragali radix), Wu Wei Zi (Schisandrae chinensis fructus);
  • bei Lungen-Yin-Schwäche mit Hitze, trockenem Husten, Hämoptoe (blutigem Husten) Unruhe, Palpitationen (Wahrnehmung des eigenen veränderten Herzschlags) zusammen mit
    Nan Sha Shen (Adenophorae radix), Tian Men Dong (Asparagi radix), Lian Zi(Nelumbinis semen);
  • bei Magen-Yin-Schwäche mit trockenem Mund, Durst, Verdauungsschwäche zusammen mit
    Shi Hu (Dendrobii caulis), Nan Sha Shen (Adenophorae radix), Tian Men Dong (Asparagi radix), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Huang Jing (Ploygonati rhizoma).

Verträglichkeit:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Che Qian Zi(Plantaginis semen);
  • Die Wirkung wird gestört durch Kuan Dong Hua (Tussilaginis farfarea flos),Lagenariae pericarpiumDa Ji (Cirsii japonici herba);
  • Die Wirkung wird beschränkt durch Ku Shen (Sophorae radix)

Schwangerschaft:
Die Anwendung von Mai Men Dong (Ophiopogonis radix) während der Schwangerschaft ist möglich.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Kälte-Schwäche der Mitte, Durchfall und Feuchtigkeit!