Gou Qi Zi – Lycii Fructus

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden sowohl die Früchte Gou Qi Zi (Lycii fructus) als auch die Wurzelrinde (Di Gu PiLycii radix cortex) des Bocksdorn verwendet. Während Shen Nong die Wurzelrinde, Di Gu Pi, zu den „überlegenen Gehölzen“ zählt, werden heutzutage eher die Früchte, Gou Qi Zi, angewendet. In China werden die Beeren oft als Zutat für einen Reisbrei genutzt und verkörpern damit ein Hausmittel bei mangeldem Nieren-Qi. Die dafür typischen Zeichen sind Impotenz, Lendenschmerzen, Benommenheit und Tinnitus.

In unseren Breiten sind Bocksdornfrüchte oft nur “Eingeweihten” bekannt. Unterschiede gibt es bei Bocksdornfrüchte und Bockshornklee(samen), ein Gewürz, welches gänzlich andere Eigenschaften hat. Die im Handel, in Asia-Läden und Apotheken erhältlichen Früchte stammen vom chinesischen Strauch (Lycium barbarum) und nicht vom heimischen sogenannten Gemeinen Bocksdorn (Lycium barbarum). Die Beziehungen der beiden Arten ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Die kleinen roten Früchte haben einiges zu bieten. Sie enthalten im Verhältnis zu ihrem Gewicht viele Vitamin- und Mineralstoffe und besitzen ein sehr hochwertiges Aminosäureprofil. In der Werbung werden Bocksdornfrüchte deshalb oft als “Hybrid aus Nahrungsmittel, Vitamin und Medizin – ein Super Überlebensmittel” bezeichnet. Auch das Interesse an tibetischer Medizin sowie der hohen Lebenserwartung der Hunzukuc – von denen angeblich viele von über 100 Jahre werden – trägt mit dazu bei, dass Bocksdornfrüchte als Wunder-Lebensmittel mit Anti-Aging Effekt angepriesen werden.

Aus Sicht der westlichen Medizin enthalten Bocksdornfrüchte viele Carotinoide, Pflanzenfarbstoffe, die auch Karotte zu finden sind. Sie spielen eine wichtige Rolle als Vorläufer-Substanz zur Produktion des Vitamin A, das wichtig für die Haut und die Augen wichtig ist. Zudem enthalten die Früchte auch viel mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und die Vitamine B1 und B2. Auch die essentiellen Aminosäuren Isoleucin und Methionin, die wir zum Aufbau körpereigener Proteine benötigen, sowie Mineralstoffe und Spurenelemente, die unter anderem für unser Immunsystem eine große Rolle spielen, sind in den Bocksdornfrüchten (Gou Qi ZiLycii fructus) enthalten. In klinischen Studien wird unter anderem auch die Wirksamkeit zur Stärkung des Immunsystems im Allgemeinen und zur Vorbeugung von Krebs im Besonderen bestätigt. Desweiteren werden den Beeren wegen des hohen Anteils an Antioxidantien starke Anti-Aging Eigenschaften nachgesagt.

Familie:
Solanaceae

Stammpflanze:
Lycium chinese

Deutscher Name:
Bocksdornfrüchte

Englischer Name:
Wolfberries

Temperaturverhalten:
neutral

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Leber, Niere

Wirkungsweise:

  • reguliert den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel;
  • stärkt die Essenz und tonisiert das Blut;
  • stärkt das Immunsystem;
  • stärkt Leber und Niere (nährt deren Säfte und wirkt beispielsweise gegen graue Haare oder schmerzende Gelenke);
  • senkt den Cholesterinspiegel;
  • befeuchtet die Augen (zu empfehlen, wenn man viel am Computer arbeitet und an trockenen/brennenden Augen leidet).

Traditionelle Verwendung:

  • nähren des Leber- und Nieren-Yin;
  • nähren des Blutes;
  • aufhellen der Augen

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6g bis 15g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Kräutern:

  • mit Wu Wei Zi bei allgemeiner Schwäche als Tonikum;
  • mit Ju Hua bei Lebermangel sowie bei Sehschwäche und Ermüdung der Augen;
  • mit Dang Gui und Shu Di Huang bei Störungen der Verdauung und gehemmten Leber-Qi.

Warnhinweis:
Bei übermäßiger Hitze und Milzmangel mit Feuchte nicht verwenden!