Yi Mu Cao – 益母草 – Leonuri herba

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist das Chinessiche Mutterkraut – Yi Mu Cao (Leonuri herba) – als ein Arzneimittel zur Regulierung und Dynamisierung des Blutes bekannt.
Die im Westen verbreitete und verwandte Pflanze Leonurus cardiaca wird al Mittel zur Stärkung des Herzens und bei Angstzuständen sowie nervöser Atemnot eingesetzt.

Pinyin:
Yì Mǔ Cǎo

Familie:
Labiatae (Lippenblütler)

Stammpflanze:
Leonurus heterophyllus, Leonurus japonicus Houtt.

Deutscher Name:
Chinesisches Mutterkraut, Löwenschwanzkraut

Englischer Name:
Chinese Motherwort

Vorkommen:
Yi Mu Cao (Leonuri herba) ist überall in China zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer werden die Pflanzen direkt vor der Blüte geschnitten und an der Sonne getrocknet. Das Kraut sollte trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Das Chinesische Mutterkraut, oder auch Löwenschwanzkraut genennt, hat einen leichten Geruch und einen leicht bitteren Geschmack.

Temperaturverhalten:
neutral mit kalter Tendenz

Geschmack:
scharf, bitter

Funktionskreisbezug:
Herzbeutel, Leber, Herz, Niere

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
unterer Wärmebereich

Wirkungsweise:
Das Blut aktivierend, die Menstruation regulierend, Harnausscheidung durch die Niere (Diurese) fördernd, Ödeme lösend, Hitze klärend und Giftigkeit vermindernd.
In hoher Dosierung bis zu 60 g zur Behandlung von Ödemen bei Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen).

Traditionelle Verwendung:

  • Regulierung des Bluts;
    Anwendung bei Menstruationsbeschwerden und -störungen, schmerzen nach der Geburt, Hypertonie;
  • Bewegung des Blutes;
    Anwendung bei tumorösen Prozessen im unteren Calorium, Unfruchtbarkeit (Infertilität) durch Blutstauungen (Xue-Stasen);
  • Lösen von Stauungen des Bluts (Xue-Stasen);
    Anwendung bei gynäkologischen Beschwerden, Schmerzen im Bauchbereich (Abdomen), tumoröse Prozesse im unteren Wärmebereich (Calorium), im Bauchbereich (Abdomen) und speziell im Unterbauch;
  • Ausleitung von Wasser;
    Anwendung bei  verminderter Urinausscheidung, bei Ödemen in Verbindung mit akuter Nephritis (entzündliche Erkrankung der Niere), akute oder chronische Flüssigkeitsansammlungen, Ödemneigung, Blut im Urin, Gedunsenheit;
  • Ausleiten von feuchter Hitze;
    Anwendung bei schmerzhafte Funktionsstörung der Blase, Spärlichen, rötlichen Urin.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
10 g bis 30 g, Standard 10 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Xue Stasen mit Menstruationsstörungen, Schmerzen nach der Geburt, Spannungen im Unterleib, Schmerzen, Unfruchtbarkeit, verminderter Miktion (Entleerung der Harnblase)
    zusammen mit Chi Shao Yao (Paeoniae lactiflorae rubra), Dang Gui (Angelica sinensis radix), Mu Xiang (Inulae seu Aucklandiae radix);
  • bei Xue Stasen mit Menstruationsbeschwerden, Schmerzen im Unterleib nach der Geburt
    zusammen mit Chi Shao Yao (Paeoniae lactiflorae rubra), Dang Gui (Angelica sinensis radix), Mu Xiang (Inulae seu Aucklandiae radix), Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong), Xiang Fu (Cyperi rhizoma);
  • bei Xue Stasen mit Ödemenneigung
    zusammen mit Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma);
  • bei sehr starken Lochien (Wochenfluss)
    zusammen mit Pu Huang (Typhae pollen);
  • bei Urolithiasis (Harnstein), blutigem Urin
    zusammen mit Huang Jing (Rhizoma Polygonati), Shi Wei (Pyrrhosiae herba), Dong Kui Zi (Abutili semen);
  • bei feuchter Hitze mit spärlichem Urin, Ödemneigung
    zusammen mit Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma), Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma), Che Qian Zi (Plantaginis semen), Sang Bai Pi (Mori cortex).

Schwangerschaft:
Yi Mu Cao (Leonuri herba) darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Im Tierexperiment wurden spontane Fehlgeburten ausgelöst.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche des Yin oder des Xue (Blut)!
  • Nicht während der Schwangerschaft anwenden!!!