Fang Feng – 防风 (防風) – Ledebouriellae / Saposhnikoviae radix

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) als ein die Oberfläche öffnendes Mittel eingesetzt und zählt zu den Wind-Kälte zerstreuenden Arzneien.

Einer der deutschen Namen von Fang Feng ist bezeichnender Weise „Windschutzwurzel“. Sie oft gegen Erkältung, Fieber, Herzrhytmusstörungen, Migräne, Rheuma und Arthritis angewendet. Weiterhin hat Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) eine harmonisierende Wirkung auf die Leberfunktion.

Bedeutung der Schriftzeichen:

  • 防 – sich gegen etwas wehren, gegen etwas vorbeugen;
  • 风 – Wind.

Traditionelle Langschrift:
防風

Pinyin:
Fáng Fēng

Varianten der latainischen Bezeichnung:
Ledebouriellae divaricatae radix;
Ledebouriellae seseloidis radix

Familie:
Umbelliferae (Doldengewächse)

Stammpflanze:
Ledebouriella divaricata oder Saposhnikovia divaricata Turcz

Deutscher Name:
Ledebouriellawurzel, Saposhnikoviawurzel oder Windschutzwurzel

Englischer Name:
Ledebouriella Root, Divaricate Saposhnikovia Root, Guard Against Wind

Vorkommen:
Die Ledebouriellawurzel – Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) – kommt hauptsächlich aus den chinesischen Nordprovinzen Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Innere Mongolei und Hebei.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Frühling oder im Herbst werden die Wurzeln werden vor dem Austreiben der Blütenstände ausgegraben, von den feinen Würzelchen und Erde gereinigt und anschließend an der Sonne getrocknet.
Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) ist kühl und trocken zu lagern und vor lnsektenfrass zu schützen.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, süß

Funktionskreisbezug:
Blase, Leber, Lunge, Milz, Magen

Wirkrichtung:
oberflächlich

Wirkort:
Oberfläche

Wirkungsweise:
schwach fiebersenkend (antipyretisch), antimikrobiell, blutstillend (hämostyptisch), Gegengift (Antidot) für Arsen

Besonderes:
Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) ist eine Meldearznei zur Oberfläche.

Traditionelle Verwendung:

  • Öffnen der Oberfläche, Austreiben von Wind; Anwendung bei
    Schmerzen bei Erkältungskrankheiten, Kopf- und Gliederschmerzen durch Kälte, Wind Symptome, Schüttelfrost, Fieber, Röteln, Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria);
  • Ausleiten von Wind, Hilfsarznei bei Zittern (Tremor); Anwendung bei
    Innerem Wind, Disharmonie der Funktionskreise Leber oder Milz, schmerzhafter Durchfall bei innerem Wind wegen Leber-Milz Ungleichgewichts, Blut im Stuhl, Migräne, Juckreiz;
  • Beseitigung von Feuchtigkeit bei Wind; Anwendung bei
    Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Gelenkschmerzen, Schweregefühl, schmerzhafte Blockaden, Schwindel, Bi-Syndrom durch Wind-Feuchtigkeit, Juckreiz bei verschiedenen Hauterkrankungen durch Wind-Feuchtigkeit;
  • Beseitigung von Schmerzen; Anwendung bei
    Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Gliederschmerzen durch Kälte-Wind oder durch Feuchtigkeit-Wind;
  • Ausleitung von Kälte bei Wind; Anwendung bei
    Kopfschmerzen, Schüttelftost, Gelenkbeschwerden, Gliederschmerzen;
  • blutstillend (hämostyptisch); Anwendung bei
    Blut im Stuhl, starke Menstruation.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 9 g; Standard 3 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Schweißen zusammen mit
    Huang Qi (Astragali radix);
  • bei schmerzhaften Verengungen zusammen mit
    Qiang Huo (Notopterygii rhizoma), Bai Zhi (Angelica dahuricae radix), Wei Ling Xian (Clematidis radix);
  • bei Schmerzen durch Feuchtigkeit-Wind mit Xue-Schwäche zusammen mit
    Long Dan Cao (Gentianae scabra radix);
  • bei Schmerzen durch Feuchtigkeit-Wind, Durchfall, Feuchtigkeit der Mitte zusammen mit
    Cang Zhu (Atractylodis rhizoma);
  • bei Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Taubheit, Wind, verstopften Leitbahnen zusammen mit Tian Nan Xing (Arisaematis rhizoma).

Verträglichkeit:

  • die Wirkung wird beschränkt durch Bi Xie (Dioscoreae hypoglaucae rhizoma),Gan Jiang (Zingiberis rhizoma), Li Lu (Verartri nigri radix) und Yuan Hua (Genkwae flos);
  • Einige ältere Autoren weisen darauf hin, dass Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radixSheng Jiang (Zingiberis rhizoma recens) und Li Lu (Verartri nigri radix) in ihrer Wirkung einschränkt und von ihnen selbst eingeschränkt wird.
    Shan Yao (Dioscorae oppositae radix) wird von Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) seiner Toxizität beraubt.

Gegenanzeigen:
Kontraindiziert bei Spasmen aufgrund Xue-Mangel oder Yin-Mangel-Hitze.

Schwangerschaft:
Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) kann während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Xue-Schwäche mit Spasmen und Hitze bei Yin-Mangel!