Shi Jue Ming - Haliotidis concha

Shi Jue Ming – 石决明 – Haliotidis concha

Die Schalen der Seeohren, Shi Jue Ming (Haliotidis concha), werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in erster Line als eine Wind ausleitende, Spasmus lösende und den Funktionskreis Leber befriedende Arznei verwendet. Erstmals umfangreich beschrieben wurde diese Arznei im Ming Yi Bie Lu (Verschiedene Aufzeichnungen Berühmter Ärtzte).

Pinyin:
Shí Jué Míng

Familie:
Haliotidae (Seeohren)

Wissenschaftlicher Name des Tieres:
Haliotis diversicolor Reeve

Deutscher Name:
Seeohrenschale / Abaloneschale

Englischer Name:
Abalone Shell

Vorkommen:
Die Seeohren sind unter anderem an den Küstenregionen Chinas beheimatet und besonders an den Küsten der chinesischen Provinzen Guangdong, Fujian and Hainan zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Seeohren werden im Sommer bis Herbst gesammelt, die Weichteile entfernt und die Schalen gewaschen und getrocknet. Sie sollten trocken und staubfrei gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
ohne schlechtem Geruch, leicht salziger Geschmack

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
salzig

Funktionskreisbezug:
Leber, Niere

Wirkrichtung:
stark absenkend

Wirkort:
unterer Wärmebereich (Calorium), Tiefe, Inneres, Augen

Traditionelle Verwendung:

  • Besänftigung des Funktionskreis der Leber, Absenkung des Yang;
    Anwendung bei Kopfschmerzen; Flimmern vor den Augen; Drehschwindel; Migräne (PMS);
  • Absenkung des Leber-Yang;
    Anwendung bei hochschlagendem Leber-Yang, Kopfschmerzen, Schwindel, unscharfes Sehen;
  • Kühlen von Hitze im Funktionskreis der Leber, Klären der Sicht;
    Anwendung bei gerötete, schmerzhaften, geschwollenen Augen; Hornhauttrübungen;
  • Klären von Augen und Kopf;
    Anwendung bei geröteten, lichtempfindlichen Augen, verschwommenem Sehen; Sehschwäche; Blindheit; Nachtblindheit

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
10 g bis 30 g; Standard 15 g

Kochzeit:
60 min.; Zuerst werden die zerkleinerten Schalen 40 Minuten lang vorgekocht und anschließend mit den anderen bereits eingeweichten Arzneien 20 Minuten lang weiter gekocht.

Die unbearbeiteten Schalen eigen sich besonders für die Befriedung und Klärung der Leber und der Augen. Dazu werden sie erhitzt und mit Wasser zu Pulver verfeinert.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Schwäche des Yin, hochschlagendem Yang mit Kopfschmerzen, Benommenheit
    zusammen mit Mu Li (Ostrea concha);
  • bei hochschlagendem Leber-Yang mit Kopfschmerzen und Benommenheit
    zusammen mit Xia Ku Cao (Prunellae spica), Gou Teng (Uncariae ramulus);
  • bei hochschlagendem Leber-Yang mit Kopfschmerz, Benommenheit, Schwindel, Schwäche des Yin
    zusammen mit Mu Li (Ostrea concha), Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Shao Yao (Paeoniae lactiflorae);
  • bei hochschlagender Glut im Funktionskreis Leber mit geröteten, geschwollenen, schmerzhaften Augen
    zusammen mit Ju Hua (Chrysanthemi Flos), Sang Shen (Mori fructus);
  • bei Swäche des Leber- und Nieren-Yin
    zusammen mit Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Shan Zhu Yu (Corni fructus);
  • bei Sehschwäche
    zusammen mit Chan Tui (Cicadae periostracum);

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirksamkeit wird gestört durch Xuan Fu Hua (Inulae japonicae flos)

Schwangerschaft:
Shi Jue Ming (Haliotidis concha) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Schwäche der Mitte und fehlen von Hitze!