Qin Jiao - 秦艽 - Gentianae macrophyllae radix

Qin Jiao – 秦艽 – Gentianae macrophyllae radix

Neben anderen Enzianarten wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vor allem die Wurzel des Großblättrigen Enzians, Qin Jiao (Gentianae macrophyllae radix), verwendet. Sie ist, wie von Shen Nong beschrieben, als „bitter“ und „ausgewogen“ sehr gut für die Behandlung von Leiden, die mit Kälte, Hitze oder Feuchte einhergehen, geeignet.
Long Dan Cao (Gentianae scabrae radix), die Wurzel einer weiteren Enzianart, wird vorwiegend zur Behandlung von Leberproblemen verwendet.

Familie:
Gentianaceae (Enziangewächse)

Stammpflanze:
Gentiana straminea Maxim.

Deutscher Name:
Grossblättrige Enzianwurzel

Englischer Name:
Large Leaf Gentiana Root

Vorkommen:
Qin Jiao (Gentianae macrophyllae radix) stammt vor allem aus den Provinzen Gansu, Hebei, Henan, Innere Mongolei, Qinghai, Shaanxi und Sichuan.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Frühjahr oder im Herbst werden die Wurzeln ausgegraben und in einem aufwendigen Verfahren an der Sonne getrocknet. Qin Jiao (Gentianae macrophyllae radix) ist trocken zu lagern.

Temperaturverhalten:
neutral

Geschmack:
scharf, bitter

Funktionskreisbezug:
Magen, Leber, Gallenblase

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
Meridiane, Mitte, Mittleres Calorium

Wirkungsweise:
antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzstillend, beruhigend, blutdrucksenkend, den Blutzuckerspiegel erhöhend

Traditionelle Verwendung:

  • Beseitigung von Wind-Feuchtigkeit; Anwendung bei
    rheumatischen Schmerzen, Muskelkrämpfe, Lähmungen bzw, Kraftminderungen in den Extremitäten, Knochen- und Gelenkschmerzen;
  • Ableitung von Hitze und Feuchte bei Yin-Mangel; Anwendung bei
    Fieberschüben, Fiebrige Ernährungsstörungen bei Kleinkindern, Gelbsucht (Ikterus), Übelkeit, Problemen im Oberbauch;
  • Beseitigung von Blockaden hervorgerufen durch Feuchtigkeit; Anwendung bei
    Gelenkbeschwerden, Rheuma.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 12g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Mangessyndromen des Blutes zusammen mit
    Dang Gui Angelica sinesnsis radix) und Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae alba);
  • bei Gelbsucht und Feuchte-Hitze-Problemen zusammen mit
    Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) und Cang Zhu (Atractylodis rhizoma);
  • bei Verstopfung in Verbindung mit trockenem Darm zusammen mit Huo Ma Ren(Cannabis sativae semen).

Verträglichkeit:

  • Die Wirkung wird gefördert durch Shui Chan Pu (Acori calami Rhizoma).
  • Durch Kuhmilch wird die Wirkung gestört.

Schwangerschaft:
Qin Jiao (Gentianae macrophyllae radix) sollte während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Durchfall, Harnflut (Polyurie) oder bei auch bei allgemeiner Schwäche!