Tian Ma – 天麻 – Gastrodiae rhizoma

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Tian Ma (Gastrodiae rhizoma) vorwiegend als ein absenkendes Arzneimittel zur Befriedung des Funktionskreises Leber und zur Behandlung von Kopfschmerzen, Schwindel, Tetanus und Epilepsie eingesetzt. Es ist eine seltene und sehr teure Droge und findent daher eher selten Anwendung.

Der Himmelshanfwurzelstock, wie Tian Ma (Gastrodiae rhizoma) auf deutsch genannt wird, ist auch ein Bestandteil der Sichuan-Küche.

Pinyin:
Tiān Má

Familie:
Orchidaceae

Stammpflanze:
Gastrodia elata Bl.

Deutscher Name:
Himmelshanfwurzelstock

Englischer Name:
Heavenly Hemp Root

Vorkommen:
Tian Ma (Gastrodiae rhizoma) in guter Qualität ist vor allem in den chinesischen Provinzen Guizhou, Sichuan und Yunnan in Höhen von 400 bis 3200 Metern an Waldrändern zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Zwischen November und April werden die Wurzeln des Himmelshanfs ausgegraben, gereinigt, gedämpft und bei milder Hitze getrocknet.

Die Wurzeln sind gut belüftet und trocken zu lagern und vor Insektenfraß zu schützen.

Beste Qualität:
Die im Winter ausgegrabenen Wurzeln werden auch Dong Ma genannt und eine gute Qualität. Die im Frühjahr ausgegrabenen Wurzeln haben dagegen eine geringere Qualität. Sie werden auch mit Chun Ma betitelt.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Der tatsächliche Geruch und Geschmack ist süß.

Temperaturverhalten:
tendenziell warm

Geschmack:
süß

Funktionskreisbezug:
Leber

Wirkrichtung:
absenkend

Wirkort:
Tiefe, Innere, Kopf und Augen

Wirkungsweise:
krampflösend, beruhigend

Inhaltsstoffe:
Alkaloide, Vitamin A

Traditionelle Verwendung:

  • Besänftigung von innerem Wind;
    Anwendung bei Kopfschmerzen, Schwindel, Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen, Lähmung einer Muskelgruppe oder Körperseite;
  • Ausleitung von Hitze bei Wind;
    Anwendung bei Krampfneigung, Krämpfen, Opisthotonus (Krämpfe der Streckmuskulatur des Rückens), fiebrigen Erkrankungen;
  • Ausgleichen und Beruhigung;
    Anwendung bei Kopfschmerzen, Schwindel und Unruhezuständen;
  • Öffnung von Enrgiebahnen und Sinnen;
    Anwendung bei Kopfschmerzen, Drehschwindel, Unruhezustände, Migräne und Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen hervorgerufen durch Wind oder Schleim;
  • Beseitigung von Schmerz;
  • Anwendung bei Kopfschmerzen, rheumatischen Schmerzen, Sensibilitätsverlust;
  • Lösen von Krämpfen;
    Anwendung bei epileptoformer Symptomatik, Krämpfen, Opisthotonus (Krämpfe der Streckmuskulatur des Rückens); Tetanie (Störung der Motorik (krampfartig) und der Sensibilität (Kribbeln)), Folgen eines Apoplex, Steifheit und Gefühlsloigkeit der Gleidmaßen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 10 g; Standard 3 g

Kochzeit:
20 Minuten

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei hochschlagendem Leber-Yang mit Kopfschmerzen und Benommenheit
    zusammen mit Niu Xi (Achyranthis bidentatae radix), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), Gou Teng (Uncariae ramulus);
  • bei hochschlagendem Leber-Yang mit Anfallsneigung
    zusammen mit Niu Xi (Achyranthis bidentatae radix), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), Gou Teng (Uncariae ramulus), Quan Xia (Buthus)
  • bei Krampfneigung in der Kindheit
    zusammen mit Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma), Jiang Can (Bombyx batryticatus), Ren Shen (Panacis ginseng radix);
  • bei Feuchtigkeit-Schleim mit Benommenheit und Schwindel
    zusammen mit Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma), Ban Xia (Pinelliae rhizoma);
  • bei Tetanus und Opisthotonus (Krämpfe der Streckmuskulatur des Rückens)
    zusammen mit Tian Nan Xing (Arisaematis rhizoma), Bai Fu Zi (Typhonii rhizoma)
  • bei Taubheitsgefühl und Schwäche in den Gliedmaßen
    zusammen mit Niu Xi (Achyranthis bidentatae radix), Sang Ji Sheng (Taxilli herba);
  • bei Stasen des Xue und schmerzhaften Blockaden
    zusammen mit Quan Xia (Buthus), Ru Xiang (Olibanum)
  • bei Feuchtigkeit und schmerzhaften Blockaden
    zusammen mit Qin Jiao (Gentianae macrophyllae radix), Qiang Huo (Notopterygii rhizoma);
  • bei Wind im Funktionskreis Leber
    zusammen mit Shi Jue Ming (Haliotidis concha), Gou Teng (Uncariae ramulus);
  • bei Blockaden, Schwäche, Kälte, rheumatischen Schmerzen, Sensibilitätsverlust
    zusammen mit Niu Xi (Achyranthis bidentatae radix), Dang Gui (Angelica sinensis radix)

Klassische Rezepturen:
Ban Xia Bai Zhu Tian Ma Tang
Tian Ma Gou Teng Yin
Gou Teng Yin

Schwangerschaft:
Tian Ma (Gastrodiae rhizoma) sollte während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden!

Warnhinweis:

  • Während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht anwenden!