Yin Yang Huo – 淫羊藿 – Epimedii herba

Yin Yang Huo (Epimedii herba) wurde erstmals im Shen Nong Ben Cao erwähnt. Die wörtliche Übersetzung von Yin Yang Huo bedeutet „geiles Ziegenkraut“. Es erhöht unter anderem die Bildung von Spermien und steigert durch die Stimulation der sensorischen Nerven das sexuelle Verlangen. Shen Nong empfielt dieses Kraut besonders bei Impotenz, aber auch zur Stärkung des Qi, der Essenz (Jing) und der Willenskraft (Zhi).

Auch ist das Kraut der Elfenblume, so der deutsche Name, ein geeignetes Mittel, um den Haushalt der Sexualhormone Testosteron und Östrogen zu normalisieren, genauso wie das natürliche Gleichgewicht zwischen Yin und Yang. In diesem Zusammenhang ist er Name dieser Droge, Yin Yang Huo (淫羊藿 – Yín Yáng Huò), interessant. Der Name bedeutet in seiner wörtlichen Übersetzung „Geiles Ziegenkraut“, doch kann man durch diesen Namen auch zum Yin und Yang (阴阳 (陰陽) – Yīn Yáng). Obwohl Schriftzeichen und Aussprache unterschiedlich sind, kann man über diese beiden Namen eine gedankliche Verbindung zu Wirkung dieser Heilpflanze herstellen.

Pinyin:
Yín Yáng Huò

Familie:
Berberidaceae (Sauerdorngewächse)

Stammpflanze:
Epimedium sagittatum

Botanischer Name:
Epimedium brevicornum Maxim.

Deutscher Name:
Elfenblume / Bischofsmützenkraut

Englischer Name:
Epimedium Herb

Vorkommen:
In den chinesischen Provinzen Shaanxi, Liaoning, Shanxi, Hubei, Sichuan, Guangxi

Sammeln und Aufbereitung:
Das Kraut wird im Sommer und Herbst, wenn es voll entwickelt ist, geschnitten, gereinigt und an der Sonne oder im Schatten getrocknet.

Lagerung:
Das Kraut muss gut belüftet und trocken gelagert werden.

Inhaltsstoffe:
Tannin, Vitamin E

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, süß

Funktionskreisbezug:
Leber, Niere

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
Unteres Calorium

Wirkungsweise:

  • antibiotisch, antiasthmatisch;
  • blutdrucksenkend, senkt den Blutzuckerspiegel;
  • bei niedriger Dosierung harntreibend;
  • aphrodisierend, potenzfördernd

Traditionelle Verwendung:

  • Das Yang der Niere stützend, Auffüllen der Vitalfunktion der Niere, Stärkung des Yang und der Essenz,
    Impotenz, Spermatorrhöe, Sterilität, Häufige Miktion,
    Vergesslichkeit,
    Lumbale Schmerzen mit Kältegefühl,
    Schwäche von Lenden und Knie,
    Kalte Extremitäten, Frösteln,
    Klimakterische Hypertonie;
  • Muskeln, Sehnen und Knochen kräftigend,
    Atrophie und Schwäche der Muskeln, Sehnen und Knochen;
  • Wind-Feuchtigkeit austreibend,
    Rheumatoide Schmerzen,
    Taubes Gefühl und Muskelkrämpfe,
    Wind-Kälte austreibend,
    Rheumatische Beschwerden,
    Krämpfe,
    Paresen,
    Parästhesien;
  • Kräftigung von Yin und Yang;
  • Kontrolle des aufsteigenden Leber-Yang, Absenkung von hochschlagendem Leber-Yang;
  • Yin stützend,
    Stützung von Leber und Nieren-Yin,
    Rückenschmerzen,
    Schwindel,
    Benommenheit,
    Dysmenorrhöe.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 15g

Kombination mit anderen Kräutern:

  • mit Wu Wei Zi (Schizandrae fructus), Gou Qi Zi (Lycii fructus),  Sha Yuan Zi (Astragali complanati semen) bei Nierenschwäche mit Impotenz und Unfruchtbarkeit;
  • mit Sang Ji Sheng (Loranthi/Taxilli herba/ramulus) bei schmerzhafter Blockade, Paralyse, Schmerzen und Taubheitsgefühl der unteren Extremitäten;
  • mit Xian Mao (Curculiginis rhizoma), Huang Bai (Phellodendri cortex), Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma) bei Beschwerden in Zusammenhang mit den Wechseljahren, Rückenschmerzen, gestörtem Schlaf, ausbleibender Menstruation, Benommenheit, hochschlagendem Leberfeuer.

Warnhinweis:

  • bei Yin-Mangel und Feuer-Syndromen nicht anwenden;
  • nach ein bis zwei Wochen Anwendung absetzen;
  • in sehr hoher Dosierung möglicherweise toxisch.