Rou Gui – 肉桂 – Cinnamomi cortex

Rou Gui (Cinnamomi cortex) wurde in Bezug zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erstmals im Ming Yi Bie In erwähnt. Es wird genau wie Gui Zhi (Cinnamomi ramulus) als wärmende Arznei verwendet. Während die Zweige der Zimtkassiei, Gui Zhi, das Äußere wärmen soll, wirkt die Rinde, Rou Gui (Cinnamomi cortex) dagegen auf die zentralen Körperregionen und ist die heißere der beiden chinesichen Arzneien.

Die Stammpflanze des sogenannten Cassiazimt (Gewürzrinde) ist die Zimtkassie (Cinnamomum cassia), deren oft als eine minderwertigere Sorte von Zimt bezeichnet wird. Trotz dieser Verwechslung ist Kassia kein echter Zimt, sondern ein eigenes Gewürz.

Während die Zweigrinde (griechisch „xylocassia“) des Cassia-Zimts grundsätzlich viel dicker und gröber als die des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamomum verum) ist, rollt sie sich im Gegensatz zu dieser beim Trocknen auch von beiden Seiten zylindrisch ein.

Familie:
Lauraceae (Lorbeergewächse)

Stammpflanze:
Cinnamomum cassia Presl

Deutscher Name:
China-Zimtrinde, Kassierinde, Zimtbaumrinde

Englischer Name:
Cassia Bark

Vorkommen:
Rou Gui (Cinnamomi cortex) ist vor allem in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi und Yunnan zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Rinde des Zimtbaumes wird im Herbst geschält und anschließend im Schatten getrocknet. Rou Gui (Cinnamomi cortex) ist kühl und trocken zu lagern.

Temperaturverhalten:
heiß

Geschmack:
scharf, süß

Funktionskreisbezug:
Herz, Leber, Niere

Wirkrichtung:
stark oberflächlich

Wirkort:
unteres Calorium, Inneres, Tiefe

Wirkungsweise:
wärmend, schmerzstillend, antibakteriell, die Magensäfte anregend

Traditionelle Verwendung:

  • Stärkung des Yang; Anwendung bei
    Impotenz, Speratorrhöe, Harnträufeln, Unfruchtbarkeit der Frau, Kältegefühl und Schmerzen in den Lenden und Kniegelenken, Keuchatmung, Rachenschmerzen, Drehschwindel, Augenflimmern, gerötete Augen;
  • Wärmen des Yang; Anwendung bei
    kalten Gliedmaßen, blassem Gesicht, Schweißlosigkeit, Appetitverlust, Durchfall;
  • Erwärmung von Kälte; Anwendung bei
    Durstlosigkeit, Schweißlosigkeit, Durchfall, Koliken;
  • Zersteuen von Kälte; Anwendung bei
    Appetitlosigkeit, Kältegefühl und Schmerzen im Lendenbereich und in den Kniegelenken, Durchfall;
  • Beseitigung von Schmerzen; Anwendung bei
    kalten und schmerzenden Gliedmaßen, Kältegefühl und Schmerzen in der Herzgegend, Schmerzen im Unterbauch und im Lendenbereich, Erbrechen
  • Belebung des Blutes, Unterstützung der Menstruation; Anwendung bei
    schmerzhafter Menstruation, ausbleiben der Menstruation.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1g bis 5g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Yang-Schwäche mit kaltem und schmerzenden Bauch, Appetitlosigkeit, Durchfall zusammen mit
    Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) , Gan Jiang (Zingiberis rhizoma);
  • bei Herzklopfen und Kurzatmigkeit zusammen mit
    Ren Shen (Panacis ginseng radix), Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata)
  • Dysurie (erschwerte, gewollte Blasenentleereung die auch schmerzhaft sein kann), unvollständige Entleerung der Harnblase (verminderte Miktion) zusammen mit
    Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex), Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma)
  • Störungen oder ausbleiben der menstruation zusammen mit
    Dang Gui (Angelica sinesnsis radix), Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong).

Klassische Rezepturen:
Gui Fu Ba Wei Tang
Gui Fu Ii Zhong Tang
Tuo Li Huang Qi Tang
You Gui Wan

Verträglichkeit:

  • Gefördert wird die Wirkung durch Ren Shen (Panacis ginseng radix), Gan Cao(Glycyrrhizae radix), Da Huang (Rhei radix et rhizoma), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) und Mai Men Dong (Ophiopogonis radix),
  • Gestört wird die Wirkung durch frische Zwiebeln;
  • Unverträglich mit Chi Shi Zhi (Hallyositum rubrum).

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft sollte Rou Gui (Cinnamomi cortex) nur mit Vorsicht angewendet werden!

Giftigkeit:
In hoher Dosierung ist Rou Gui (Cinnamomi cortex) durch das darin enthaltene gesundheitsschädliche Cumarin giftig!

Forschungsergebnisse:
Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnte eine antibakterielle Wirkung und eine anregende Wirkung auf die Magensäfte nachgewiesen werden.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Hitze-Glut in Verbindung mit Yin-Mangel!
  • Nicht während der Schwangerschaft anwenden!
  • In hoher Dosierung giftig!