Ju Hua – 菊花 – Chrysanthemi flos

In China werden die Blütenköpfe der Chrysantheme (Chrysanthemi flos, Ju Hua) als Grundlage für einen kühlenden Tee verwendet und sind heutzutage auch in Supermärkten erhältlich. Ju Hua (Chrysanthemi flos) wird seit mehr als 2000 Jahren als Arzneipflanze benutzt. Erstmals findet Ju Hua von Shen Nong unter der alternativen Bezeichnung Jie Hua (saisonale Blume) Erwähnung. Nach seiner Erkenntnis soll die Einnahme von Ju Hua über einen längeren Zeitraum zu einer Verlangsamung des Alterns und zur Verlängerung des Lebens führen.

Familie:
Compositae/ Asteraceae

Deutscher Name:
Chrysanthemenblüte

Englischer Name:
Chrysanthemum Flower

Inhaltsstoffe:
Adenin, Cholin, Stachydrin, Chrysanthemin, Vitamin Bi, Apigenin, Coptisid I, Chrysandiol, Chrysartemin A und B, Chlorochrymorin

Verbreitung, Aufbereitung und Lagerung:
Ju Hua (Chrysanthemi Flos) ist vorwiedend in den Provinzen Anhui, Hebei, Henan, Jiangsu, Shandong, Sichuan un Zhejiang zu finden.

Die Blüten der Wildform der Chrysantheme werden zwischen September und November in voller Blüte geerntet. Danach erfolgt die Trocknung Schatten. Bei einer anderen Methode die Blüte zuerst geräuchert und anschließend an der Sonne getrocknet. Je nach Herkunftsgebiet (Drei Gebiete der Provinz Anhui und eines in Zhejiang) ist die Erscheinungsform etwas unterschiedlich. Heutezutage wird die Pflanze breit kultiviert und stammt nur noch sehr selten aus ihrer natürlichen Umgebung.

Ju Hua (Chrysanthemi Flos) sollte kühl und trocken, in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt werden. Die getrockneten Blüten sind sehr anfällig auf Schimmelbildung und Insektenfrass.

Temperaturverhalten:
kühl

Geschmack:
scharf, bittersüß

Funktionskreisbezug:
Lunge, Leber

Wirkungsweise:
antibakteriell, antiviral, antimykotisch, blutdrucksenkend, gefäßerweiternd, entzündungshemmend, vorbeugend bei Migräne.

Traditionelle Verwendung:

  • Ausleitung von Wind;
    Anwednung bei Fieber, Kopfschmerzen, Benommenheit, geröteten Augen;
  • Ausleitung von Hitze bei Wind;
    Anwendung bei geröteten, schmerzhaften, trockenen Augen, unscharfes Sehen, Schwindel;
  • Kühlen von Hitze;
    Anwendung bei tiefen, eitrigen Geschwüren, Furunkeln, infizierte schmerzhafte Wunden;
  • Klären von Augen und Kopf;
    Anwendung bei Benommenheit, Kopfschmerzen, geröteten Augen;
  • Behandlung von Exzemen, Verbrennungen und Geschwüren;
    Anwendung bei eitrigen Geschwüren, Furunkeln, infizierte schmerzhafte Wunden;
  • Harmonisierung und Stützung des Funktionskreis Leber;
    Anwendung bei hochschlagendem Yang, Kopfschmerzen, Schwindel, geröteten Augen, Schwerhörigkeit, Tinnitus

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 18 g; Standard 10 g

Kochzeit:
Die Blüten werden am Schluss der Abkochung hinzugegeben, kurz aufgekocht und 3 Minuten ziehen gelassen.

Kombination mit anderen Kräutern:

  • bei Kopfschmerzen verursacht durch Hitze-Wind oder hochschlagendes Leber-Yang
    zusammen mit Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong);
  • bei Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindelgefühl durch aufsteigendes Leber-Yang, verschwommener Sicht durch Schwäche im Funktionskreis Leber, Schwäche im Funktionskreis Niere
    zusammen mit Gou Qi Zi (Lycii fructus);
  • bei Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel durch hochschlagendes Leber-Yang, Krampanfällen, Schüttelkrämpfen bei Kindern hervorgerufen durch Wind im Funktionskreis Leber
    zusammen mit Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae radix alba), Tian Ma (Gastrodiae rhizoma), Shi Jue Ming (Haliotidis concha), Gou Teng (Uncariae ramulus);
  • bei Kopfschmerzen, Benommenheit, geröteten Augen, Hitze-Wind
    zusammen mit Sang Ye (Mori folium), Bo He (Menthae herba), Lian Qiao (Forsythiae fructus), Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Ji Li (Tribuli fructus);
  • bei Kopfschmerzen, Drehschwindel, gerötete Augen, Sehstörungen, Schwerhörigkeit, Tinnitus
    zusammen mit Shi Jue Ming (Haliotidis concha)Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae radix alba), Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata);
  • bei schlecht heilenden Infektionen und toxischen Schwellungen
    zusammen mit Jin Yin Hua (Lonicerae flos);
  • bei eiternden Geschwüren und Furunkeln
    zusammen mit Zi Hua Di Ding (Violae herba), Pu Gong Ying (Taraxaci herba cum radix)
  • zur Linderung der typischen Symptome der Wind-Hitze bei Schnupfen und Grippe
    zusammen mit Sang Ye (Mori folium), Bo He (Menthae herba), Jie Geng (Platycodi radix), Lian Qiao (Forsythiae fructus) und weiteren Kräutern im Sang Ju Yin.

Klassische Rezepturen:
Sang Ju Yin;
Qi Ju Di Huang Wan

Verträglichkeit mit anderen Arzneien der TCM:

Schwangerschaft:
Auch während der Schwangerschaft kann Ju Hua (Chrysanthemi Flos) angewendet werden.

Forschungsergebnisse:
Wissenschaftliche Versuche ergaben eine antibiotische Wirkung. Ebenfalls bestätigt ist eine Blutdruck senkende Wirkung.

Warnhinweis:
Nicht anwenden bei Durchfall, Appetitlosigkeit und Qi-Mangel!