Hong Hua – 红花 – Carthami flos

Vermutlich stammt die Färberdistel aus Kleinasien und wurde in Ägypten bereits 3500 v. Chr. zur Färbung von Mumienleinwänden und anderen Geweben verwendet und wird deshalb als eine Färberpflanze bezeichnet. Das Öl der Samen wurde bereits in der Antike für Salben und als Lampenöl benutzt. Sie ist seit langem auch in den Gärten Nordafrikas, Persiens, Chinas und Japans zu Hause. Als Arzneipflanze gilt die Färberdistel vor allem in China. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Hong Hua (Carthami flos) als blutregulierendes Mittel und zur Lösunge von Stasen verwendet.

Familie:
Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Carthmus tinctorius L.

Deutscher Name:
Färberdistelblüte, Wilder Safranblüte, Falscher Safran

Englischer Name:
Safflower

Inhaltsstoffe:
Saflorblüten enthalten den Flavonoidfarbstoff Carthamin, aber kein ätherisches Öl. Die Samen enthalten große Mengen fettes Öl, das als Speiseöl (Distelöl) verwendet wird. Es besteht hauptsächlich aus Triglyceriden der doppelt ungesättigten Linolsäure (70%) sowie der dreifach ungesättigten Linolensäure (10%); letzte ist, zusammen mit dem vergleichsweise hohen Gehalt an Vitamin E (310 ppm)) für den guten Ruf des Distelöles unter Ernährungsexperten verantwortlich. Die Iodzahl beträgt 140 bis 150.

Vorkommen:
Hong Hua (Carthami flos) kommt vorwiegend aus den Provinzen Hebei, Henan, Jiangsu, Sichuan und Zhejiang.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Blüten werden im Sommer, wenn sich ihre Farbe von gelb nach rot verändt, gesammelt und anschliessend an der Sonne oder im Schatten getrocknet. Sie sind kühl und trocken zu lagern. Zu beachten ist auch dass Hong Hua (Carthami flos) sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert und für Insektenfrass anfällig ist.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Herz, Leber

Wirkrichtung:
tief

Wirkungsweise:
schmerzstillend

Traditionelle Verwendung:

  • Belebung des Xue, Ingangsetzung der Menstruation; Anwednung bei
    Menstruationsstörungen, Stockende oder starke Lochien (Wundsekret der menschlichen Gebärmutter nach der Geburt), knotige Geschwülste, Gliederschmerzen, Spannungsgefühl in den Extremitäten;
  • Lösung von Blutstauungen; Anwednung bei Wunden, Schmerzhafte Schwellungen, Karbunkeln, Furunkeln, Erytheme (Hautrötung bedingt durch eine Mehrdurchblutung auf dem Boden einer Gefäßerweiterung), tumoröse Prozesse im Bauchraum. Menstruationsstörungen;
  • Kühlung des Xue; Anwendung bei
    Blutungen aus allen Körperöffnungen, schlecht heilende Wunden, Erytheme (Hautrötung bedingt durch eine Mehrdurchblutung auf dem Boden einer Gefäßerweiterung), Furunkeln, Karbunkeln, Verbrennungen, schmerzhaften Geschwüren;
  • Stillung von Schmerzen; Anwendung bei
    Sturz und Schlagverletzungen, Schmerzen im Bauch, Gliederschmerzen, Karbunkeln

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 10g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Stauungen des Bluts, Stagnationen des Qi mit Schmerzen im Thorax und Abdomen zusammen mit
    Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong);
  • bei Stauungen des Bluts mit Schmerzen im Bauchraum, verstärte Lochien (Wundsekret der menschlichen Gebärmutter nach der Geburt) zusammen mit
    Yi Mu Cao (Leonuri herba);
  • bei Schmerzen nach Traumen und bei Schwellungen zusammen mit
    Dang Gui (Angelica sinesnsis radix);
  • bei Schmerzen, Schwellungen, Thrombosen, Status nach Operationen, Schmerzen nach der Geburt zusammen mit
    Tao Ren (Persicae semen), Dang Gui (Angelica sinesnsis radix), Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae alba), San Leng (Sparganii rhizoma), Mu Xiang (Inulae seu Aucklandiae radix);
  • bei schmerzenden, geröteten, geschwollenen Augen zusammen mit
    Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Chi Shao Yao (Paeoniae lactiflorae rubra), Lian Qiao (Forsythiae fructus).

Forschungsergebnisse:
Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnten positive Wirkungen bei koronaren Herzkrankheiten und in der Traumatologie bei Schwellungen und Hämatomen festgestellt werden.

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft sollte Hong Hua (Carthami flos) auf jeden Fall nicht angewendet werden!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei überstarken Lochienfluss (Wundsekret der menschlichen Gebärmutter nach der Geburt)!
  • Nicht währen der Schwangerschaft anwenden!