Mu Xiang – 木香 – Inulae seu Aucklandiae radix

Erstmals erwähnt im Shen Nong Ben Cao Jing wird Mu Xiang (Aucklandiae radix) in der Traditionellen Chinesischen Medizin vor allem als ein Arzneimittel zur Regulation des Qi-Flusses eingesetzt.

Pinyin:
Mù Xiāng

Synonyme:
Inulae radix, Saussureae radix, Vladimiriae radix
Chuān Mù Xiāng – 川木香

Familie:
Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Aucklandia lappa Decne, Saussureae lappa Clarke, Vladimiria souliei (Franch.), V. denticulata Ling

Deutscher Name:
Himalayaschartenwurzel, Alantwurzel, Kostuswurzel

Englischer Name:
Costustoot, Common Auklandia Root

Vorkommen:
Mu Xiang (Aucklandiae radix) ist beheimatet in Lijiang in der chinesischenProvinz Yunnan und in An, Aha, Liangshan in der chinesischen Provinz Sichuan.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Winter oder im Frühjahr werden die Wurzeln von Aucklandia Lappa ausgegraben, von Erde und kleinen Würzelchen gereinigt, in Stücke geschnitten, getrocknet und die äußere rauhe Rinde entfernt.
Die Droge reagiert sehr empfindlich auf Feuchtigkeit und ist daher unbedingt trocken zu lagern.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Mu Xiang (Aucklandiae radix) hat einen starken Duft und ist scharf und bitter im Geschmack.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, bitter

Funktionskreisbezug:
Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Leber, Gallenblase

Wirkrichtung:
empohebend

Wirkort:
Mitte, mittlerer und unterer Wärmebereich

Wirkungsweise:
erleichtert den Auswurf von Schleim aus den Atemwegen (expektorierend), gallentreiben (cholagog), blähungstreibend (karminativ), harntreiben (diuretisch);
Mu Xiang (Aucklandiae radix) kann zur Behandlung bei Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes, der Nieren und den ableitenden Harnwegen eingesetzt werden.

Traditionelle Verwendung:

  • Bewegung des Qi;
    Anwendung bei stockender Verdauung, Klumpengefühl, Appetitverlust, Schmerzen im Bereich des Bauches, Übelkeit, Brechreiz;
  • Beseitigung von Schmerzen;
    Anwendung bei Spannungsgefühl in der Brust und in der Magengrube, Schmerzen in den Flanken, Schmerzen im Oberbauch unter den Rippenbögen (Hypochondrium);
  • Stützung des Qi;
    Anwendung bei Durchfall, Ruhr (Dysenterie), schmerzenden Stuhlgang (Tenesmen), Schmerzen im Bauchbereich (Abdomen);
  • Kräftigung des Funktionskreis Milz kräftigend, Anregung der Verdauung;
    Anwendung bei Durchfall, Ruhr, Schmerzen im Bauchbereich (Abdomen);
  • Zerstreuen von Kälte;
    Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Appetitlosigkeit, Schmerzen im Bauchbereich (Abdomen).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1 g bis 10 g; Standard 3 g

Kochzeit:
Mu Xiang (Aucklandiae radix) wird dem Dekokt erst am Schluß des Kochprozesses zugegeben, kurz aufgekocht und 3 Minuten ziehen gelassen.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei feuchter Hitze hervorgerufen durch eine Stagnation im Funktionskreis des Magens, Dünn- und Dickdarms mit Schmerzen und Spannungsgefühl, Verstopfung (Obstipation), scherzhaftem Stuhlgang (Tenesmen), blutigem oder schleimigem Durchfall (Diarrhöe)
    zusammen mit Bing Lang (Arecae semen), Da Huang (Rhei rhizoma);
  • bei feuchter Hitze mit Spannungen in den Flanken, bitterem Mundgeschmack
    zusammen mit Chai Hu (Bupleuri radix), Yin Chen Hao (Artemisiae scopariae herba);
  • bei Stagnation des Qi mit Nahrungsstagnation, Appetitlosigkeit (Inappetenz), Übelkeit, Brechreiz, Durchfall (Diarrhöe), Ruhr (Dysenterie), schmerzenden Stuhlgang (Tenesmen)
    zusammen mit Bai Dou Kou (Amomi cardamomi fructus);
  • bei Schmerzen im Bauchraum, Appetitlosigkeit (Inappetenz), Spannungsgefühl
    zusammen mit Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma);
  • bei Stagnation des Qi, stockender Verdauung, Appetitlosigkeit (Inappetenz)
    zusammen mit Huo Xiang (Agastachis seu Pogostemonis herba) Bai Dou Kou (Amomi cardamomi fructus);
  • bei Verdauungstörungen, Schmerzen im Bauchbereich, Spannungsgefühl, Rülpsen
    zusammen mit Qing Pi (Citri reticulatae viride pericarpium);
  • bei sschmerzenden Stuhlgang (Tenesmen), Durchfall (Diarrhöe), Spannungen im Bauchbereich
    zusammen mit Huang Lian (Coptidis rhizoma).

Schwangerschaft:
Mu Xiang (Aucklandiae radix) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Durch den Gehalt an Sesquiterpenlactonen (Saussureamine) mit den exozyklischen Methylengruppen können durch Mu Xiang (Aucklandiae radix) Sensibilisierungen hervorgerufen werden!
Inula helenium wirt schleimhautreizend, sensibilisierend und kann allergische Kontaktdermatitiden hervorrufen. Eine höhere Dosierung kann zu Durchfall, Erbrechen, Krämpfen und Lähmungserscheinungen führen!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Yin-Schwäche und Trockenheit im Funktionskreis Lunge!