Cang Zhu – 苍术 – Atractylodis rhizoma

Eines der wichtigsten Arzneien der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Ableiten von innerer wie von äußerer, mit der Milz in Zusammenhang stehender Feuchte ist Cang Zhu (Atractylodis rhizoma). In der um 1082 von Tang Shen Wei verfassten Systematik, Zheng Lei Ben Cao, wird die Pflanze erstmalig erwähnt. Der im 16. Jahrhundert berühmte Kräuterheilkundler Li Shi Zhen empfahl das Ausräuchern von Räumen mit Cang Zhu (Atractylodis rhizoma) als Vorbeugung gegen Epidemien.

Familie:
Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Atractylodes lancea (Thunb.) DC

Deutscher Name:
Speichelkrauterdspross

Englischer Name:
Atractylodes Rhizome

Vorkommen:
Cang Zhu (Atractylodis rhizoma) ist vor allem in den Provinzen Hubei, Henan, Hebei, Innere Mongolei, Jiangsu, Shanxi, Zhejiang und in Nordostchina anzutreffen.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Zur Verwendung kommt der getrocknete Erdspross der im Frühjahr oder Herbst ausgegraben und an der Sonne getrocknet wird. Anschließend werden die kleinen Nebenwurzeln entfernt.

Cang Zhu (Atractylodis rhizoma) ist trocken und kühl zu lagern.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
scharf, bitter

Funktionskreisbezug:
Leber, Milz, Magen

Wirkrichtung:
emporhebend

Wirkort:
mittleres Calorium, Leitbahnen

Wirkungsweise:

  • Verdauungsstörungen und Blähungen lindernd, schweißtreibend;
  • verstärkt die Ausscheidung von Kalium- und Natriumsalzen ohne harntreibende Wirkung.

Traditionelle Verwendung:

  • Austrocknung von Feuchte; Anwendung bei
    Appetiverlust, Übelkeit, Brechreiz, Schmerzen im Oberbauch, Weißfluss (Fluor albus);
  • Stärkung der Milz; Anwendung bei
    Spannungs- und Völlegefühl in der Magengrube und im Unterleib, Aufgedunsenheit, Durchfall, Kraftlosigkeit der Glieder und deren Gewebsschwund (Atrophie), Vitaminmangelerkrankungen;
  • Vertreibung von äußerem Wind, Kälte und Feuchte; Anwendung bei
    Syndromen durch Wind Kälte;
  • Stützung des Qi; Anwendung bei Appetitverlust und Durchfall;
  • Klärung der Sicht; Anwendung bei
    Nachtblindheit, Katarakt (als grauer Star bezeichnete Trübung der Augenlinse).

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 10g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • zur Regulierung des Milz- und Magen-Qi und zur Ableitung angestauter Feuchte zusammen mit
    Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium), Hou Po (Magnoliae officinalis cortex), Gui Zhi (Cinnamomi ramulus), Ze Xie (Alismatis rhizoma), Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae) und anderen Kräutern im Wei Ling Tang;
  • zur Bekämpfung von durch Feuchte in der Milz verursachte schwere Verdauungsstörungen mit Durchfall zusammen mit
    Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium),Hou Po (Magnoliae officinalis cortex) und anderen Kräutern im Ping Wei San;
  • Die Wirkung wird gefördert durch: Fang Feng (Ledebouriellae radix) und Di Yu(Sanguisorbae radix);
  • Die Wirkung wird gestört durch: Tao Ren (Persicae semen), Xing Ren (Pruni armeniacae semen)

Klassische Rezpturen:

  • Ping Wei San;
  • Wei Ling Tang.

Schwangerschaft:
keine Einschränkung der Anwendung

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei innerer Hitze in Verbindung Yin-Mangel oder Qi-Mangel, bei massivem Schweiss und vorsichtig bei wässrigem Stuhl.