Bai Zhu – 白术 – Atractylodes macrocephala rhizoma

Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma) zählt zu den wichtigsten Stärkungsmitteln in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Bai Zhu wird besonders bei Mangelsyndromen des Milz- und Magen-Qi verwendet. Diese Arznei wird in China seit derTang-Dynastie (618 bis 907) viefach eingesetz. Zusammen mit Ren Shen (Ginseng), Fu Ling (Poria) und Gan Cao ist Bai Zhu ein Bestandteil der berühmten „Abkochung der vier edlen Zutaten“. Seit der jüngeren Vergangenheit wird Bai Zhu auch als Appetitzügler in verschiedenen Diätprogrammen benutzt.

Pinyin:
Bái Zhù

Familie:
Compositae/ Asteraceae (Korbblütler)

Stammpflanze:
Atractylodes macrocephala

Deutscher Name:
Grossköpfiges Speichelkraut, Erdspross

Englischer Name:
Largehead Atractylodes Rhizome

Verwendete Teile:
Wurzelstock

Vorkommen:
Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma) ist vorwiegend in den Provinzen Anhui, Fujian, Hubei, Hunan, Jiangxi und Zhejiang anzutreffen.

Lagerung und Aufbereitung:
In der Traditionellen Chinesische Medizin wird der getrocknete Erdspross der grossköpfigen Atractylodis verwendet. Er wird im November ausgegraben und entweder an der Sonne oder aber über dem offenen Feuer getrocknet. Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma) ist kühl und trocken vor Licht geschützt zu lagern. Die Anfälligkeit dieser Droge auf Insektenfrass sollte bei der Lagerung ebenfalls Berücksichtigung finden.

Temperaturverhalten:
warm

Geschmack:
süß, bitter

Funktionskreisbezug:
Milz, Magen

Wirkrichtung:
oberflächlich

Wirkort:
Mitte, Mittleres Calorium

Wirkungsweise:
antibakteriell, fördert die Verdauung, abführend, harntreibend, hemmt die Blutgerinnung

Traditionelle Verwendung:

  • Feuchte Ableiten;
    Anwendung bei Aufgedunsenheit (Oedeme), verminderte Entleerung der Harnblase (verminderte Miktion); Appetitverlust, Völlegefühl, Spannung im Bauchbereich, Durchfall;
  • verbessert die Abwehrkraft;
  • Stärkung der Milz;
    Anwendung bei Müdigkeit, Durchfall, Appetitverlust, Spannung im Bauchbereich, Schwindel, Angstzuständen;
  • Stärkung des Qi;
    Anwendung bei Müdigkeit, Durchfall, Appetitverlust und Brechreiz;
  • Festigung der Oberfläche und Eindammung übermäßiger Schweißbildung; Anwendung bei spontanem Schwitzen;
  • wird vor allem bei Mangelerscheinungen von Milz und Magen verwendet;
  • Beruhigung des Fötus.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 bis 15g

Kombination mit anderen Kräutern:

  • bei Milzmangel mit Fu Ling (Poria cocos) und Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium);
  • als Blut-Tonikum bei Menstruationsbeschwerden mit Dang Gui (Angelica sinesnsis radix), Bai Shao Yao (Paeoniae lactiflorae alba), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix) und Chuan Xiong (Chuanxiong rhizoma/ Ligustici chuanxiong);
  • bei Kälteleiden mit Beeinträchtigung des Dreifach-Erwärmers mit Gan Jiang(Zingiberis rhizoma);
  • bei Schwäche der Mitte mit Schmerzen im Bauch, Spannungsgefühl, Brechreiz und Durchfall
    zusammen mit Dang Shen (Codonopsitis radix), Gan Jiang (Zingiberis rhizoma);
  • bei Schwäche der Milz mit Ansammlung von Flüssigkeit, Stauung im Thorax (Brustkorb), Ödemen
    zusammen mit Fu Ling (Poria cocos), Gui Zhi (Cinnamomi ramulus);
  • bei spontanem Schweiss
    zusammen mit Huang Qi (Astragali radix), Fu Xiao Mai (Tritici germinatus fructus);
  • bei Schwäche der Mitte mit Appetitlosigkeit, Schmerzen und Spannung im Epigastrium, Völlegefühl
    zusammen mit Zhi Ke (Citri aurantii fructus);
  • bei KälteFeuchtigkeit mit schmerzhaften Blockaden, vaginalem Ausfluss
    zusammen mit Cang Zhu (Atractylodis rhizoma);
  • bei unruhigem Foeten
    zusammen mit Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix).

Klassische Rezepturen:
Si Jun Zi Tang

Verträglichkeit:

  • Die Wirkung wird durch Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix) und Di Yu (Sanguisorbae officinalis radix) gefördert.
  • Durch Tao Ren (Pruni persicae semen), Yu Li Ren (Pruni semen) und Weißkohl wird die Wirkung beschränkt.

Schwangerschaft:
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft gibt es keine Einschränkungen.

Giftigkeit:
In Tierexperimenten wurde bei einer bestimmter Dosierung eine milde Lymphopenie (Mangel an Lymphozyten im Blut) und Anämie (Blutarmut, Blutmangel) beobachtet.

Warnhinweis:

Bai Zhu sollte bei mit extremen Durst mit einhergehendem Yin-Mangel sowie Flüssigkeitsmangel gemieden werden! Weiterhin ist Bai Zhu bei trockenem Stuhlgang mit Vorsicht anzuwenden!

Behandelte Form:
Die Bezeichnung Tu Bai Zhu bezieht sich auf beim Trocknen mit Zao Xin Tu (Terra flava usta) versetzte Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma). Im wesentlichen ist die Wirkungsweise die gleiche, jedoch mit engerem Bezug zum Funktionskreis des Magens.

Ergebnisse aus der Forschung:
In wissenschaftlichen Untersuchungen konnten folgende Wirkungen festgestellt werden:
antimikrobiell, hepatoprotektiv, antioxidativ, schwach analgetisch, antiphlogistisch und tumorhemmend.