Zhi Mu – 知母 – Anemarrhenae rhizoma

Zhi Mu, was oft wörtlich gern mit „Muttergedenken“ übersetzt wird ist ein grasartig wachsendes Liliengewächs mit dickem Wurzelstock und findet vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin Anwendung. Die erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing erwähnte Arznei der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCMZhi Mu (Anemarrhenae rhizoma) wird in erster Linie als ein Mittel zum Kühlen von Hitze und Zerstreuen von Feuer eingesetzt.

Pinyin:
Zhī Mǔ

Familie:
Liliaceae (Liliengewächse)

Stammpflanze:
Anemarrhena asphodeloides

Deutscher Name:
Muttergedenken-Erdspross

Englischer Name:
Common Anemarrhena Rhizome

Vorkommen:
Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma) ist vor allem in den chinesischen Provinzen Hebei, Innere Mongolei, Shaanxi, Shanxi und in ganz Nordostchina zu finden.

Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Frühling oder Herbst werden die Wurzelstöcke ausgegraben und an der Sonne getrocknet. Teilweise werden die Wurzelstöcke auch vor dem trocknen geschält.

Die getrockneten Wurzelstöcke sollten, da sie sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren, luftig und trocken gelagert werden.

Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Leicht süß und bitter im Geschmack mit einem klebrigen Gefühl, wenn es gekaut wird.

Temperaturverhalten:
kalt

Geschmack:
bitter, süß

Funktionskreisbezug:
Lunge, Magen, Niere

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
Inneres, Tiefe

Wirkungsweise:
antibiotisch, blutzuckerspiegelsenkend

Forschungsergebnisse:
In wissenschaftlichen Laborversuchen zeigte Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma) eine stark antibiotische Wirkung auf Staphylokokken und Salmonellen. Diese Droge zählt auch zu den wirksamen Mitteln gegen Tuberkulose. Ausserdem ist sie bei erhötem Blutzuckerspiegel wirksam.

Inhaltsstoffe:
Timosaponin, Sarsasapogenin, Timobiose, Markogenin, Neogitogenin, Asphogenin, Magniferin, Isomagniferin

Traditionelle Verwendung:

  • Kühlung von Hitze und Ableitung von Glut vor allem aus den Funktionskreisen Lunge und Magen;
    Anwendung bei großen Durst mit hohem Fieber, Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, trockenem Husten mit zähem, gelbem Auswurf bei Hitze im Funktionskreis Lunge, schmerzhaften Funktionsstörungen der Blase;
  • Ausleitung von Glut;
    Anwendung bei hohem Fieber, Wechselfieber, Diabetes, Geschwüren im Mund, starkem Durst;
  • Schutz des Yin und Befeuchtung von Trockenheit;
    Anwendung bei nächtlichem Schwitzen, Hitzewallungen, Spermatorrhoe (Ausfluss von Samenflüssigkeit ohne Erektion), abnorm erhöhter sexueller Lust;
  • Befeuchtung von Trockenheit;
    Anwendung bei nächtlichem Schwitzen, Verstopfung bei fiebrigen Erkrankungen.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6 g bis 12 g

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • bei Husten aufgrund von Lungen-Hitze und trockenem Husten aufgrund vonYin-Mangel
    zusammen mit Sang Bai Pi (Mori cortex) und Di Gu Pi (Lycii cortex) in der RezepturZhi Shi Xie Bai San von Zheng Yin Mai Zhi (Behandlung von Symptomen auf der Grundlage Pulse);
  • bei trockenem Husten mit wenig Auswurf verursacht durch einen Mangel an Lungen-Yin und innerer Hitze
    zusammen mit Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii bulbus) und Mai Men Dong (Ophiopogonis radix) in der Rezeptur Er Dong Er Mu Tang von Zheng Yin Mai Zhi;
  • bei Magen-Hitze-Syndrom manifestiert als Durst aufgrund hohen Flüssigkeitsverlusts
    zusammen mit Shi Gao (Gypsum fibrosum), Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Mai Men Dong (Ophiopogonis radix) und anderen Arzneien;
  • bei trockenem Durst durch Yin-Mangel mit Hitze und auch zur Behandlung von Kopfschmerzen, geschwollener Kehle, schmerzhaftem und geschwollenem Zahnfleisch durch Magen-Hitze oder Verstopfung verursacht durch Trockenheit im Darm
    zusammen mit Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Mai Men Dong (Ophiopogonis radix)
  • zur Nährung von Magen und Yin auch bei Diabetes, zur Anhebung des Qi
    zusammen mit Shan Yao (Dioscorae oppositae radix) und Huang Qi (Astragali radix) und anderen Arzneien in der Rezeptur Yu Ye Tang von Yi Xue Zhong Zhong Can Xi Lu (Records of Traditional and Western Medicine in Combination);
  • zur Nährung des Nieren-Yin bei Reizbarkeit, Fieberschüben, Nachtschweiß, Spermatorrhoe (Ausfluss von Samenflüssigkeit ohne Erektion)
    zusammen mit Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Huang Bo(Phellodendri chinensis cortex) und anderen Arzneien in der Rezeptur Zhi Bai Di Huang Wan von Yi Zong Jin Jian.

Traditionelle Rezepturen:
Bai Hu Tang von Shang Han Lun;
Zhi Shi Xie Bai San von Zheng Yin Mai Zhi;
Er Dong Er Mu Tang von Zheng Yin Mai Zhi;
Zhi Bai Di Huang Wan von Yi Zong Jin Jian;
Yu Ye Tang von Yi Xue Zhong Zhong Can Xi Lu (Records of Traditional and Western Medicine in Combination).

Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:

  • Die Wirksamkeit wird gefördert durch Huang Bo (Phellodendri chinensis cortex) und Alkohol.
  • Die Wirksamkeit wird verstärkt durch Shi Gao (Gypsum fibrosum).

Schwangerschaft:
Zhi Mu (Anemarrhenae rhizoma) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.

Giftigkeit:
Eine Überdosierung kann zu Kreislaufproblemen und Atemstillstand führen!

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Durchfall durch Verminderung der Körperflüssigkeit des Funktionskreises der Milz!
  • Überdosierung vermeiden!