Fu Zi – 附子 – Aconiti radix lateralis praeparata

In der Traditionellen Chineischen Medizin (TCM) wird die vorbehandelte Eisenhutwurzel Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) vorwiegend als Arzneimittel zur Erwärmung des Inneren verwendet und gilt als wirksames Mittel gegen Erkältungen und Fieberanfällen und kommt auch bei Beklemmungen und Todesangst zum Einsatz.

Der Name Eisenhut leitet sich von der From der Blüten ab. Einige Vertreter der Gattung Acunitum gehören zu den giftigsten Wildpflanzen überhaupt.

Genau wie in Europa wurde der Eisenhut auch in der chinesischen Geschichte für zahlreiche Morde verwendet. Ein bekanntes Beispiel ist das der Ehefrau des Generals Huo Guang, die versucht hat durch die Vergiftung der Kaiserin mit Eisenhutextrakten zu vergiften, um ihre eigen Tochter in eine Favoritenrolle zu bringen. Auch heute werden wird der Eisenhut in China für dazu benutzt Morde oder auch Selbstmorde zu begehen. Beispielsweise kam es allein in der chinesischen Provinz Sichuan in der Zeit von 1980 bis 1984 zu 72 Todesfällen in Zusammenhang mit Eisenhutextrakten. Von diesen Todesfällen werden 35 Morden zugerechnet und in 16 Fällen wurde Eisenhut für Selbstmorde verwendet. Weitere 21 Todesfälle erfolgeten aufgrund unglücklicher Verwechslungen.

In Hongkong wurden zwischen 1989 und 1993 35 Vergiftungsfälle angezeigt, welche auf Dosierungsfehler bei der Zubereitung chinesischer Medizin zurückzuführen waren.

In der präparierten Form ist Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) bereits entgiftet.

Synonyme:

  • Aconiti radix latera praep., Aconiti carmichaeli radix latera;
  • Dan Fu Pian – 淡附片;
  • Sturmhut, Akonit, früher auch Wolfswurz.

Familie:
Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse)

Stammpflanze:
Aconitum carmichaeli

Deutscher Name:
Eisenhutseitenwurzel, vorbehandelt

Englischer Name:
prepared daughter root of Szechuan aconite, appandage

Vorkommen:
Der chinesische Eisenhut ist vor allem in Ostasien zu finden. Die Produktion von Fu Zi(Aconiti radix lateralis praeparata) findet vorwiegend in den chinesischen Provinzen Sichuan, Hubei und Hunan statt.

Temperaturverhalten:
heiß

Geschmack:
scharf

Funktionskreisbezug:
Herz, Milz, Niere

Wirkrichtung:
tief

Wirkort:
unterer Calorium (Wärmebereich), Tiefe, Innere

Wirkungsweise:
schmerzstillend, lokalanästhetisch, fiebersenkend

Traditionelle Verwendung:

  • Emporhebung des Yang; Anwendung bei
    übermäßigem Schwitzen, kalten Extremitäten, Kollapsneigung, Erbrechen;
  • Erwärmung des Yang; Anwendung bei
    Frieren, kalten Extremitäten, Bauchschmerzen, Durchfall;
  • Stützen des Yang; Anwendung bei
    kalten Extremitäten, Durchfall, verschwindende Pulse, Schweißbildung, Impotenz, Spermatorrhö, Ödemneigung, häufige oder ausblebende Miktion (Entleerung der Harnblase);
  • Zerstreuen von Kälte; Anwendung bei
    Gelenk- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blockaden durch Kälte oder Wind-Kälte;
  • Stillen von Schmerzen; Anwendung bei
    Gelenk- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen;
  • Absenken der Gegenläufigkeit; Anwendung bei
    Schweißbildung, Übelkeit, Erbrechen, Kollapsneigung.

Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1 g bis 10 g, Standard 3 g

Kochzeit:
Zur Verminderung der Giftigkeit sollte die unbehandelte Eisenhutwurzel 30 Minuten extra abgekocht werden.
Die präparierte Form ist bereits entgiftet und kann 20 Minuten mit den übrigen Bestandteilen der Rezeptur mitgekocht werden.

Kombination mit anderen Arzneien der TCM:

  • zur Erwärmung der Funktionskreise Niere und Milz, zur Stützung des Yang und zur Zerstreung von Kälte zusammen mit
    Gan Jiang (Zingiberis rhizoma);
  • bei Schwäche des Ursprungs-Qi, Kollaps des Yang-Qi, kalten Extremitäten, übermäßiges Schwitzen, flachen Atem, Benommenheit, blassen Teint zusammen mit
    Ren Shen (Panacis ginseng radix);
  • bei Schwäche des Nieren-Yang mit Kälteversion, Schwäche im Rücken, Schmerzen in den Beinen, Impotenz, häufige Miktion (Entleerung der Harnblase) zusammen mit
    Rou Gui (Cinnamomi cortex), Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata);
  • bei Schwäche des Yang mit spontanem Schwitzen, Schüttelfrost zusammen mit
    Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma), Huang Qi (Astragali radix);
  • bei Wind-Kälte und Schwäche des Yang zusammen mit
    Ma Huang (Ephedrea herba), Xi Xin (Asari radix).

Verträglichkeit:

  • Die Wirkung wir gestört durch Wu Gong (Scolopendra) und Dan Dou Chi (Sojae semen preparata);
  • Die Giftigkeit wird aufgehoben durch Fang Feng (Ledebouriellae seu Saposhnikoviae radix), Gan Cao (Glycyrrhizae radix), Ren Shen (Panacis ginseng radix), Huang Qi (Astragali radix), Lu Dou (Phaseoli radiati semen), Xie Bai (Allii bulbus), Hei Dou Yi (Glycinis testa), Jin Yin Hua (Lonicerae flos), Gan Jiang(Zingiberis rhizoma),
  • Sollte nicht gemeinsam verwendet werden mit Zhe Bei Mu (Fritillariae thunbergii Bulbus), Gua Lou Zi (Trichosanthis semen), Bai Ji (Bletillae rhizoma), Ban Xia(Pinelliae rhizoma), Bai Qian (Cynanchi stauntonii rhizoma).

Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft sollte Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) mit Vorsicht angewendet werden.

Giftigkeit:
Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata) wirkt in einer überhöhten Dosis, 15 bis 60 g und mehr, giftig. Das enthaltene Aconitin wirkt zunächst erregend und anschließen lähmend auf die Nervenendigungen des Zentralen Nervensystems.

Anzeichen einer Vergiftung sind: Kribbeln im Mund, in den Zehen und in den Fingern und Ausbreitung über den ganzen Körper. Die Körpertemperatur sinkt, es treten Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Harnabgang auf. Bei einer tödlichen Dosis wird die Atmung unregelmäßig, der Herzschlag verlangsamt sich (Bradykardie) es treten Herzrhythmusstörung (Arrhythmie) und starke Schmerzen auf. Der Tod tritt innerhalb von sechs Stunden durch herzversagen oder Atemlähmung ein. Die geschätzte tödliche Dosis von Aconitinnitrat beträgt 5 bis 6 mg.

Warnhinweis:

  • Nicht anwenden bei Yin-Schwäche!
  • Während der Schwangerschaft mit Vorsicht anwenden!

Weiterführende Links: